Interview

Dr. Norbert Pfleger zu Spracherkennung und Sprachsteuerung

Spracherkennung, Sprachsteuerung und virtuelle persönliche Assistenten sind derzeit ein echter Hot Topic auch im Umfeld von Industrie 4.0. Wie können solche Systeme in der Praxis helfen?

Dr. Norbert Pfleger: „Mit sprachbasierter Steuerung lassen sich Roboter und Produktionsmaschinen steuern sowie ganze Szenarien auslösen und ändern, und zwar ohne dass sich der Bediener auf einem Bildschirm durch starre Menüs klicken muss. Mit einem wirklich intelligenten System genügt es, natürliche Sprache zur Kommunikation einzusetzen – das ist intuitiv und spart Zeit. Proaktive Assistenzsysteme können weitere Unterstützung bieten und helfen sogar dabei, Fehler zu vermeiden.

Die Steuerung von Maschinen über Sprache ist sicher eine naheliegende Aufgabe – aber gibt es auch weniger offensichtliche Anwendungsfälle?

Dr. Norbert Pfleger: In der Tat: Auch aus der Logistik und Planung verzeichnen wir immer häufiger Anfragen, ob man die Dateneingabe und -abfrage nicht über eine robuste Sprachschnittstelle lösen kann, für Warenwirtschaftssysteme und ERP-Systeme zum Beispiel. Und ja, das geht natürlich. Pick-by-Voice gibt es ja schon länger, doch heute können wir auch hier mit proaktiven Assistenzfunktionen und der vollständigen Integration anderer Ein- und Ausgabemethoden einen noch größeren Mehrwert bieten. Am Ende steht, wie auch bei der Steuerung, immer die Effizienzsteigerung und die Entlastung des Bedieners, der sich nicht mehr an die Maschine anpassen muss – weil die Maschine sich nun an ihn anpasst.“

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